Die bedeutensten Funde mache Valentin Sicher am Lengenbach im Walliser Binntal. Denn als man in den Fünfzigerjahren dort grosse Mineralienvorkommen vermutete, fuhr der Gurtneller mit seinem Bagger auf. Kurz darauf tat er sich mit einem Walliser, mit Museumsdirektoren und Professoren der Universitäten Zürich und Bern zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen. In den folgenden Jahren fanden sie unglaubliche Mengen an Mineralien, darunter sogar 40 Arten, die man bis anhin nicht gekannt hatte. Die Funde wurden so zahlreich, dass ein Grubenarbeiter eingestellt werden musste. Noch heute gräbt man am Binntaler Lengenbach nach Mineralien. Rund 30`000 Stücke hat man bisher ans Tageslicht befördert und unter den Beteiligten verteilt.
Acht Kataloge über Lengenbach Sicher gibt es mittlerweile. Dazu kommen noch Verzeichnisse von 2000 anderen Stücken, die Sicher aus den Bergen holte. "Die Katalogisierung der Lengenbach-Funde wird wohl nie fertig werden", sagt Sicher. "Schon x-Monate habe ich dafür geopfert." Für diese Arbeit ehrte ihn eine internationale Mineralienkommission. Man benannte 2005 ein bisher unbekanntes Mineral, das man in "seiner" Grube fand, nach ihm: den Sicherit.
Nur wenige Steine weggegeben Valentin Sicher hat nur höchst selten ein Exemplar verkauft. Einige seiner Funde tauschte er gegen seltene Stücke aus aller Welt. So sammelten sich im Laufe der Zeit 10`000 kleine Schätze bei ihm in Gurtnellen an. Dass er so viele behalten hat, dafür nennt Sicher einen einfachen Grund: "Mit dieser fast vollständigen Lengenbach-Sammlung kann ich die Arbeit an der Grube zurückverfolgen."