Der Gotthard-Bahntunnel wurde von 1871 bis 1882 gebaut und galt als längster
Eisenbahntunnel der Welt.
Dieser Bau gab viele Schwierigkeiten mit sich. Es gab
technische, sowie auch geologische Probleme welche zu bewältigen waren. Dem aber
nicht genug, hatte der Ingenieur und Bauunternehmer Louis Favre mehrfach
Auseinandersetzungen mit der finanzierenden Bank und der Baudirektion.
Louis Favre war zudem noch mehr belastet, da es in einem Abkommen hiess, dass
der Tunnel nach 8 Jahren fertig sein müsse und sei das nicht der Fall, so werde er für die restlichen Unkosten haftbar gemacht werden. Dies trat dann auch ein.
Da man sich nicht vorstellen kann, wie viele Kosten das gewesen sein mussten,
verarmte seine ganze Familie. Louis Favre selbst verstarb einige Monate vor dem
Durchbruch bei einem Kontrollgang im Tunnel an einem Herzversagen.
Zahlen und Fakten zum Eisenbahntunnel
Fertigstellung: 1882
Erbauer: Louis Favre
Erster Zug: 23. Mai 1882
Länge: 15 Kilometer, Doppelspur
Der Durchbruch Endlich nach knapp 9 Jahren gelang der Durchbruch am 28. Februar 1880 mit
einer seitlichen Abweichung von 33 cm. Während dieser Bauzeit starben 197
Arbeiter an den giftigen Dämpfen, die bei den Sprengungen mit Dynamit
freigesetzt wurden.
Weitere Tunnels In unmittelbarer Nachbarschaft verläuft der 1980 eröffnete Gotthard-Strassentunnel. Wegen hoher Verkehrslasten im alpenquerenden Verkehr ist ein zweiter Eisenbahntunnel im Bau, der Gotthard-Basistunnel soll 2015 in Betrieb genommen werden.
Zukunft Nach der Eröffnung des Basistunnels 2015 ist die Zukunft der Bergstrecke in Frage gestellt. Man überlegt, die alte Strecke für Güterzüge zu verwenden, während die schnelleren Personenzüge mit 200 km/h den Neubau benutzen. Schwere Güterzüge mit ihrer Maximalgeschwindigkeit von 80 km/h würden deshalb die Personenzüge behindern. Auf der alten Bergstrecke gilt in den engen Kehrtunnels für alle Züge ein Limit von 80 km/h. Allerdings würde damit der Vorteil des Basistunnels als Flachbahn verspielt, schwere und damit auch lange Züge ohne den Einsatz von Verstärkungslokomotiven ohne Zwischenhalt zu befördern.